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TIPP! Call for Paper

Femmes du surréalisme – Frauen des Surrealismus: Archive, Netzwerke und politisches Engagement (1920–1980)

26–27. November 2026, Paris

Diese Tagung markiert den Launch der virtuellen Ausstellung „Simone Kahn, Surrealist Trajectories” am Centre allemand d’histoire de l’art (DFK Paris). Simone Kahn, lange nur als erste Ehefrau André Bretons wahrgenommen, gilt heute als vollwertiges Mitglied der surrealistischen Gruppe. Ihre Archive belegen ihre Präsenz in allen Gründungsmomenten der Bewegung – von kollektiven Aktivitäten bis zum Aufbau der berühmten Sammlung in der 42 Rue Fontaine. Darüber hinaus rekonstruieren sie ihren weiteren Lebensweg: politisch aktiv in der Gauche communiste und später der Gauche révolutionnaire, Mitglied der Résistance und später engagiert für antikoloniale und feministische Anliegen. Künstlerisch wirkte sie als Sammlerin und leitete die Galerien Artiste et Artisan (ab 1948) und Furstenberg (1954–1965), an denen sie den Dialog zwischen Surrealisten der ersten Generation und jüngeren internationalen Künstlern förderte.

Ausgehend davon lädt die Tagung zu einer breiteren Untersuchung der Lebenswege von Frauen des Surrealismus ein, deren Rollen als Sammlerinnen, Galeristinnen, Aktivistinnen, Übersetzerinnen und Netzwerkerinnen sich in der Historiographie oft schwer klassifizieren lassen. Ziel ist es, über die bloße Erweiterung des Künstlerinnen-Kanons hinaus die Kategorien selbst zu hinterfragen, mit denen die Geschichte des Surrealismus geschrieben wird.

Einreichungsrichtlinien Vortragsvorschläge (300–400 Wörter) mit kurzer Biografie bis zum 20. September 2026 an conferencesimonekahn@gmail.com. Vorträge (25–30 Min.) auf Französisch oder Englisch.

Für weitere Informationen zum CFP hier klicken!

TIPP! STUDIE

Benachteiligung von Künstlerinnen auf dem Kunstmarkt

Eine aktuelle Studie untersucht die strukturellen Ursachen der anhaltenden Benachteiligung von Künstlerinnen auf dem Kunstmarkt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Werke männlicher Künstler bei Auktionen weiterhin deutlich höhere Umsätze erzielen und in Ausstellungen häufiger vertreten sind als Arbeiten von Frauen. Die in Nature Communications veröffentlichte Untersuchung basiert auf Millionen Datenpunkten zu den Karrieren von rund 65.000 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern aus mehr als 20.000 Museen und Galerien weltweit.

Besonders hervor hebt die Studie die Bedeutung institutioneller Netzwerke. Demnach ist für den späteren Markterfolg nicht allein das Geschlecht ausschlaggebend, sondern vor allem die Frage, in welchen musealen und galeristischen Zusammenhängen sich eine Karriere entwickelt. Die Analyse zeigt, dass sich männlich und weiblich dominierte Ausstellungsnetzwerke vielfach parallel zueinander ausbilden und ungleiche Sichtbarkeit sowie unterschiedliche Zugangschancen zum Auktionsmarkt verstärken. Damit lenkt die Studie den Blick auf strukturelle Dynamiken des Kunstbetriebs und liefert wichtige Impulse für die wissenschaftliche Diskussion um Geschlechterverhältnisse, Karriereverläufe und Machtstrukturen im Kunstmarkt.

Weitere Informationen zu dem Artikel gibt es unter diesem Link.

Studie veröffentlicht in Nature Communications | Gastbeitrag in der F.A.Z. | 12.08.2026

40 Jahre Galerie Gisela Capitain

Dieses Jahr blickt die Galerie Gisela Capitain auf ihre erfolgreiche 40-jährige Galeriearbeit zurück. Die Galeriegründerin Gisela Capitain wurde 1952 in Selb in Oberfranken geboren. Nach ihrem Schulabschluss zog es sie nach Berlin, wo sie Soziologie und Philosophie studierte und zunächst als Grundschullehrerin arbeitete. Eine entscheidende Wendung nahm ihr Leben 1977, als sie über ihre Schwester den Künstler Martin Kippenberger kennenlernte, der ihren weiteren Werdegang in der Kunstszene maßgeblich prägte. Kurz darauf eröffnete Gisela Capitain 1978 gemeinsam mit ihm Kippenbergers Büro in der Fabriketage eines von Max Taut entworfenen Bauhauskomplexes. Dieser Ort entwickelte sich zu einer Plattform für unterschiedlichste Events, Ausstellungen, Performances und Konzerte. Während ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin von 1977 bis 1981 unterstützte Gisela Capitain Martin Kippenberger sowohl auf künstlerischer als auch auf privater Ebene. 40 Jahre Galerie Gisela Capitain weiterlesen →

TIPP! AUSSTELLUNG

Anlässlich des 55-jährigen Bestehens der Galerie Krinzinger in Wien widmet das Palais Thurn und Taxis in Bregenz der Galeristin Ursula Krinzinger eine Ausstellung, die ihre Anfänge und ihre prägende Rolle für die zeitgenössische Kunst in Österreich in den Blick nimmt. Krinzinger gründete ihre Galerie 1971 in Bregenz und setzte früh auf Positionen, die damals als radikal galten – darunter Maria Lassnig, Günter Brus, Arnulf Rainer und Marina Abramović. Später zog sie zunächst nach Innsbruck und in den 1980er Jahren nach Wien, wo die Galerie Krinzinger bis heute zu den bekanntesten Adressen für Gegenwartskunst zählt.

Die Ausstellung nimmt das Jubiläum zum Anlass Ursula Krinzingers Wirken als Galeristin und Förderin zeitgenössischer Kunst zu würdigen. Zugleich verweist sie auf die Bedeutung von Galerien als zentrale Akteurinnen des Primärmarkts, die künstlerische Entwicklungen nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten.

Weitere Informationen und das Interview mit Ursula Krinzinger unter diesem Link.

21.07.-30.08.2026 | Palais Thurn und Taxis, Bregenz | Österreich

TIPP! Literature

Collection of Post-War Art Doyenne Jeanne-Marie de Broglie to Sell at Christie’s

The article „Collection of Post-War Art Doyenne Jeanne-Marie de Broglie to Sell at Christie’s“, written by Imogen Lees and published on July 8th, 2026 in theOcula magazine, presents Jeanne-Marie de Broglie as one of the most influential women in the post-war European art market. As the founder of Christie’s Paris office in 1968 she played a pioneering role in expanding the international auction market and helped establish Paris as a key centre for modern and contemporary art. Beyond her institutional achievements, she was known for her exceptional eye for emerging artistic innovation and for close relationships with artists, collectors and dealers, particularly the renowned gallerist Daniel Cordier.

Her personal collection, to be auctioned by Christie’s on September 30th, 2026, peaks not just to her extraordinary taste but to her active role in shaping networks and collecting practices. Rather than assembling works by leading artists such as Picasso, Dubuffet, Giacometti and Hockney, the collection embodies her influence as a cultural mediator and tastemaker whose decisions helped define the post-war art market.

Christie’s presents the auction as a celebration of Jeanne-Marie de Broglie’s enduring legacy, highlighting her visionary leadership, commitment to artistic excellence, and lasting impact on the international art world. As one of the few women to hold such a prominent position in the 20th century art market, Jeanne-Marie de Broglie exemplifies the significant, yet often underacknowledged, role of women in shaping the structures and networks of the global art market.

To learn more about Jeanne-Marie de Broglie’s pioneering role in the post-war art market and the auction of her private collection, read the full article here.

Frauen im Kunstmarkt