Alle Beiträge von Julia Geng

Expertinnen im Dialog | Julia Stellmann über Selbstständigkeit, Netzwerke und Sichtbarkeit in der Kunstkritik

Welche Methoden, um sich im männlich dominierten Kunstmarkt durchzusetzen, haben sich historisch bewährt und welche neuen Strategien werden von weiblichen Kunstmarktakteurinnen entwickelt, um Hindernisse zu überwinden? Das dreiteilige ZADIK-Workshop-Projekt „Expertinnen im Dialog“, gefördert durch den Finanzfonds zur Umsetzung des gesetzlichen Gleichstellungsauftrages der Universität zu Köln, widmete sich diesen und weiteren Fragen. Im Dialog mit den Expertinnen Daniela Steinfeld, Julia Stellmann und Shao-Lan Hertel sowie anhand ausgewählter Archivalien des ZADIK wurden anhaltende Problematiken, Strategien und bewährte Vorgehensweisen systematisch beleuchtet und diskutiert.

Im ersten Workshop berichtete Daniela Steinfeld, Galeristin und Host des Podcasts „Voices on Art“, von ihrem Bestreben, ein neues Verständnis weiblichen Erfolgs im Kunstmarkt zu etablieren, die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen und damit aktiv die Gegenwart und die Zukunft des Kunstmarkts mitzugestalten. Im zweiten Teil des Workshops gab die freie Kunstkritikerin und Kunsthistorikerin Julia Stellmann Einblicke in ihren facettenreichen Arbeitsalltag, erläuterte die Vorteile und Herausforderungen einer freiberuflichen Tätigkeit im Feld der Kunstkritik und teilte Strategien zum Überwinden von Ungleichheiten, die sie in ihrem beruflichen Werdegang erlebte. Unser Rückblick auf den Workshop macht deutlich, wie zentral Sichtbarkeit und eine thematisch breite Aufstellung in der Kunstkritik sind, wie unverzichtbar ein starkes Netzwerk für Akteurinnen sein kann und welche Relevanz die kritische Auseinandersetzung mit Kunst gegenwärtig hat.

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Expertinnen im Dialog | Galeristin und Podcast-Host Daniela Steinfeld über ein neues Verständnis von weiblichem Erfolg

Mit dem dreiteiligen Workshop-Projekt „Expertinnen im Dialog“, gefördert durch den Finanzfonds zur Umsetzung des gesetzlichen Gleichstellungsauftrages der Universität zu Köln, eröffnete das ZADIK einen Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen der drei Expertinnen Daniela Steinfeld, Julia Stellmann und Shao-Lan Hertel, die ihre Werdegänge und Strategien in unterschiedlichen Bereichen des Kunstmarkts vorstellten. Gemeinsam wurden Hindernisse identifiziert und diskutiert, die insbesondere von weiblichen Akteurinnen im Kunstmarkt überwunden werden müssen. Die Workshops boten nicht nur Gelegenheit, sich über Strategien zur Überwindung dieser Hürden auszutauschen, sondern gaben anhand ausgewählter Archivalien auch Einblicke in die bereits in der Vergangenheit erprobten Methoden der ZADIK-Bestandsbildnerinnen.

Den Auftakt machte am 5. Mai 2025 Daniela Steinfeld, Gründerin der Galerie VAN HORN in Düsseldorf und Host des Podcasts „Voices on Art“. Mit offenen Einblicken in ihren Werdegang und ihre Erfahrungen auf dem Kunstmarkt führte sie durch ihre Karriere – von der Kunststudentin an der Kunstakademie Düsseldorf über die Eröffnung ihres ersten Ausstellungsraums bis hin zu ihrem heutigen Ziel, ein neues Verständnis von ‚weiblichem Erfolg‘ zu etablieren. In unserem Rückblick erfahrt ihr, welche Tipps sie jungen Frauen für ihre Karriere mitgibt und welche Visionen sie für die Zukunft des Kunstmarkts hat.

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Lisa Cieslik im Interview | „Das Schöne ist, dass ich einfach weitermache“

„Das Schöne ist, dass ich einfach weitermache“, erklärt Lisa Cieslik mit Blick auf ihre Karriere im Kunstmarkt. Die Künstlerin, Begründerin des KONSUMREALISMUS und Mitbegründerin der Ultimate Akademie, blickt auf über 40 Jahre künstlerischen Schaffens zurück. Im Februar 2025 sprach sie mit der WITAM-Redaktion über ihren Weg zur Kunst, die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf sowie ihre Erfahrungen als Frau im Kunstbetrieb und die Hürden, die sie überwinden musste.

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Gabriele Braun-Nolte | Die wortgewandte „Königin der Kataloge“  

Das Jahr 1967 markierte einen Meilenstein in der Geschichte des renommierten Hamburger Auktionshauses Hauswedell & Nolte (ZADIK-Bestand A 100). Der Umzug in die großzügigen Räumlichkeiten der Gründerzeitvilla am Pöseldorfer Weg 1 eröffnete neue Möglichkeiten für die Kunst und die Auktionen. Eine weitere Sensation war die erstmalige Versteigerung der umfangreichen Käthe Kollwitz-Sammlung des Verlags- und Zeitungsmoguls Salman Schocken, die für großes Aufsehen auf dem Kunstmarkt sorgte. Auch personell war 1967 ein Schlüsseljahr, denn mit der erst 22-jährigen Gabriele Braun-Nolte trat eine Persönlichkeit in das Auktionshaus ein, die dessen Geschichte für die nächsten fünf Jahrzehnte entscheidend mitgestalten sollte.

Aus der engagierten Assistentin, die Handzeichnungen und Grafik für die Kunstauktionen katalogisierte, wurde innerhalb kurzer Zeit eine leitende und gleichgestellte Partnerin. Gemeinsam mit Ernst Nolte führte sie bis zum Jahr 2016 erfolgreich das Auktionshaus, das insgesamt 466 Auktionen abhielt, ca. 530.000 Kunstwerke versteigerte, den ersten Millionenzuschlag in Nachkriegsdeutschland erzielte sowie Dependancen in New York und Los Angeles unterhielt.

In diesem Beitrag gehen wir Gabriele Braun-Noltes Erfahrungen als Kunstmarktakteurin bei Hauswedell & Nolte nach, beleuchten die Aufgaben, die für die Leiterin des renommierten Auktionshauses täglich anfielen und untersuchen, wie sie den Titel der „Königin der Kataloge“ bekam.

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Frauen im Fokus | Monika Sprüth und das Magazin Eau de Cologne

Als die Galeristin Monika Sprüth 1983 mit der Eröffnung ihrer eigenen Galerie in Köln den Schritt in die Kunstwelt wagte, verfolgte sie von Anfang an ein klares Ziel: Künstlerinnen sichtbar zu machen und ihnen innerhalb der von Männern dominierten Kunstwelt eine Plattform zu geben.

Dieses Engagement führte 1985 zur Veröffentlichung der ersten Ausgabe von Eau de Cologne –einer von Sprüth initiierten und gemeinsam mit anderen Kunstmarktakteurinnen gestalteten Zeitschrift, die Frauen im Kunstbetrieb in den Fokus rückte. Sie erschien in drei Ausgaben in den Jahren 1985, 1987 und 1989 und war nicht nur ein Magazin, sondern eine programmatische Geste. Zeitgleich zur Veröffentlichung der Zeitschriften präsentierte Monika Sprüth in ihren Galerieräumen sowie auf der Kunstmesse ART COLOGNE Ausstellungen, in der ausschließlich weibliche Positionen vertreten waren. Diese Ausstellungen wiederholte Monika Sprüth im Jahr 1993 in Köln, 2015 in den Galerieräumen von Sprüth Magers in Berlin sowie 2016 in der Sprüth Magers Galerie in Los Angeles und 2019 in Hong Kong und ergänzte die bereits in der ersten Ausstellung 1985 gezeigten Arbeiten um neue Werke der Künstlerinnen.

Monika Sprüth griff damit in ihrer Zeitschrift Eau de Cologne eine entscheidende Fragestellung auf: Welche Räume können geschaffen werden, um die Sichtbarkeit von Frauen in der Kunstwelt zu erhöhen und das Bewusstsein für ihre Errungenschaften zu stärken?

In diesem Beitrag beleuchten wir das Konzept und die Inhalte des Magazins genauer und stellen die in der Eau de Cologne in den Fokus gerückten Kunstmarktakteurinnen exemplarisch anhand der ersten Ausgabe des Magazins, die Informationen zu den ZADIK-Bestandsbildnerinnen Six Friedrich, Barbara Gross sowie Vera Munro enthält, vor.

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