Archiv der Kategorie: Archive

40 Jahre Galerie Gisela Capitain

Dieses Jahr blickt die Galerie Gisela Capitain auf ihre erfolgreiche 40-jährige Galeriearbeit zurück. Die Galeriegründerin Gisela Capitain wurde 1952 in Selb in Oberfranken geboren. Nach ihrem Schulabschluss zog es sie nach Berlin, wo sie Soziologie und Philosophie studierte und zunächst als Grundschullehrerin arbeitete. Eine entscheidende Wendung nahm ihr Leben 1977, als sie über ihre Schwester den Künstler Martin Kippenberger kennenlernte, der ihren weiteren Werdegang in der Kunstszene maßgeblich prägte. Kurz darauf eröffnete Gisela Capitain 1978 gemeinsam mit ihm Kippenbergers Büro in der Fabriketage eines von Max Taut entworfenen Bauhauskomplexes. Dieser Ort entwickelte sich zu einer Plattform für unterschiedlichste Events, Ausstellungen, Performances und Konzerte. Während ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin von 1977 bis 1981 unterstützte Gisela Capitain Martin Kippenberger sowohl auf künstlerischer als auch auf privater Ebene. 40 Jahre Galerie Gisela Capitain weiterlesen →

Rückblick | Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski

Am 5. Dezember 2025 fand in den Räumlichkeiten des ZADIK, in Kooperation mit dem Förderverein Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln e.V., ein ausführliches Gespräch zwischen Kunsthistoriker Michael Krajewski und Susanne Zander, Galeristin und Geschäftsführerin der Sammlung Zander, statt. Anlass des Abends war die Beschäftigung mit der Sammlung und dem Wirken von Charlotte Zander. Wie entstand ihre über 4.500 Werke umfassende Sammlung sogenannter „Naiver Kunst“? Wie kam es zu der Gründung eines eigenen Museums in Bönnigheim? Und welche wechselseitigen Einflüsse lassen sich zwischen eigenen Galerietätigkeit von Susanne Zander und der Arbeit ihrer Mutter feststellen?

Das Gespräch zeichnete nicht nur die Geschichte einer außergewöhnlichen Sammlerin nach, sondern beleuchtete zugleich die wechselvolle Rezeption sogenannter „Naiver Kunst“ in Deutschland seit den 1960er Jahren. Es widmete sich der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der Sammlung: Wie lassen sich früher sogenannte „naive“ Künstler*innen heute neu kontextualisieren? Und welche Bedeutung hat dabei die Schenkung der einzigartigen Spezialbibliothek an die Kunst- und Museumsbibliothek Köln sowie die Übergabe des Archivs an das ZADIK?

Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski am 05.12.2025 im ZADIK
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TIPP! Literatur

Lis Schröder – Komfort & Schwierigkeiten | Künstlerische Auseinandersetzung mit Archivbeständen des ZADIK

Im Rahmen des Carte Blanche Fellowship des ZADIK setzt sich die Künstlerin Lis Schröder intensiv mit ausgewählten Archivbeständen des Hauses auseinander und erforscht dabei die Verbindung von Kunst und Musik im Galeriekontext. In einem ausführlichen Interview mit Theresa Kousseva Anfang Dezember letzten Jahres sprach sie über ihre künstlerische Arbeit, ihre Rechercheprozesse und den Umgang mit den Archivmaterialien des ZADIK.

Ausgangspunkt ihrer Recherche war der umfangreiche Nachlass der Galeristin Inge Baecker (Bestand A4), den Schröder gemeinsam mit weiteren Archivalien des ZADIK künstlerisch untersuchte. Dokumente, Korrespondenzen und Fotografien dienten ihr dabei nicht nur als historische Quellen, sondern als Material für eine eigenständige ästhetische und installative Auseinandersetzung zwischen Medienkunst, Text und Musik. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Aufeinandertreffen von bildungsbürgerlicher Tradition und Popkultur und den ökonomischen Bedingungen, die Kunst- und Musikproduktion überhaupt erst möglich machen.

Die aktuelle Ausstellung „Komfort & Schwierigkeiten“, die bereits Ende April in den Räumen des ZADIK eröffnet wurde und noch bis Mitte Juli zu sehen ist, zeigt diese Recherche in installativen, klanglichen und visuellen Arbeiten. Dabei wurde ein fotografisches Fundstück aus dem Bestand der Galerie Parnass in Wuppertal mit einer Archivalie aus dem persönlichen Archiv der Künstlerin in Beziehung gesetzt und durch ausgestellte schriftliche und fotografische Archivalien aus dem Bestand Inge Baecker sowie eine eigens entwickelte Videoinstallation ergänzt.

Am 19.05. um 18:00 Uhr fand zudem ein Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK statt, bei dem ein vertiefter Blick in die Arbeitsweise der Künstlerin gewährt wurde und über Musik in Galerien, das Spiel mit Hoch- und Popkultur sowie die Bedingungen künstlerischer und musikalischer Praxis gesprochen wurde.

Für weitere Informationen zur Arbeit der Carte Blanche Gewinnerin Lis Schröder kann das gesamte Interview mit der Künstlerin hier nachgelesen werden.

Die vollständige Aufzeichnung des Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK ist unter diesem Link zu finden.

REZENSION | Piet Bakker and Judith Noorman: Women’s Vermeers. Maria de Knuijt and new Archival Documentation on Vermeer’s Primary Patron

For a long time, women as collectors and lovers of art were largely overlooked in art history. This is particularly evident in the case of Jahannes Vermeer, whose success was traditionally attributed to the support of the wealthy Delft citizen Pieter van Ruijven. Yet archival material and recent research prove a different picture: His wife Maria de Knuijt was most likely the main patron of Vermeer.

The essay “Women’s Vermeers – Maria de Knuijt and new archival documentation on Vermeer’s Primary Patron” written by Piet Bakker and Judith Noorman on the role of the female art patron Maria de Knuijt is part of the project “The Female Impact: Women, the Art Market and Household Consumption in the Dutch Republic, 1580–1720”, which aims to understand the art market not as a sphere of artists and male patrons but as a part of a household consumption shaped significantly by women.

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TIPP! Literature

At the Getty Research Institute, the Guerrilla Girls Mark 40 Years of Calling Out the Art World

The Getty Research Institute in Los Angeles is presenting its largest retrospective to date on the Guerrilla Girls, the anonymous collective known for addressing sexism and bias in the art world. The exhibition, “How to Be a Guerrilla Girl,” on view from November 18, 2025 to April 26, 2026, offers an overview of the group’s four decades of activity. As reported by Jordan Riefe in the Observer on December 2nd, 2025, the show draws extensively from the collective’s archives.

Posters, handwritten tallies, planning documents, and research files demonstrate how the Guerrilla Girls combined humor, advertising strategies, and detailed data collection to highlight persistent inequalities. Co-curator Kristin Juarez notes their evidence-based approach: statistics and spreadsheets became tools for publicly holding institutions accountable.

Formed in 1984 after a MoMA exhibition included only a small number of women artists, the collective adopted gorilla masks and aliases to protect their identities. Their posters, open letters, and satirical works—such as “Advantages of Being a Woman Artist”—played a central role in raising awareness and challenging established power structures in the art world.

For a deeper look at the exhibition and the Guerrilla Girls’ ongoing impact, click here to read Riefe’s full piece for free.