Archiv der Kategorie: Galeristinnen

Wer führt die Galerie? Was zwölf Jahre IFSE-Galerienstudien über Frauen an der Spitze verraten

 Drei Studien, zwölf Jahre und eine wiederkehrende Frage: Wie viel Raum bekommen Frauen in den Galerien, die den deutschen Kunstmarkt prägen? Das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) von Hergen Wöbken in Berlin hat mit seinen Galerienstudien 2013, 2020 und 2025 eine der wenigen Datenreihen geschaffen, die diese Frage verfolgen. (Institut für Strategieentwicklung (IFSE) | Hergen Wöbken) Doch was vermitteln die Studien über die Präsenz von Frauen an der Spitze im Galeriewesen? Wer führt die Galerie? Was zwölf Jahre IFSE-Galerienstudien über Frauen an der Spitze verraten weiterlesen →

40 Jahre Galerie Gisela Capitain

Dieses Jahr blickt die Galerie Gisela Capitain auf ihre erfolgreiche 40-jährige Galeriearbeit zurück. Die Galeriegründerin Gisela Capitain wurde 1952 in Selb in Oberfranken geboren. Nach ihrem Schulabschluss zog es sie nach Berlin, wo sie Soziologie und Philosophie studierte und zunächst als Grundschullehrerin arbeitete. Eine entscheidende Wendung nahm ihr Leben 1977, als sie über ihre Schwester den Künstler Martin Kippenberger kennenlernte, der ihren weiteren Werdegang in der Kunstszene maßgeblich prägte. Kurz darauf eröffnete Gisela Capitain 1978 gemeinsam mit ihm Kippenbergers Büro in der Fabriketage eines von Max Taut entworfenen Bauhauskomplexes. Dieser Ort entwickelte sich zu einer Plattform für unterschiedlichste Events, Ausstellungen, Performances und Konzerte. Während ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin von 1977 bis 1981 unterstützte Gisela Capitain Martin Kippenberger sowohl auf künstlerischer als auch auf privater Ebene. 40 Jahre Galerie Gisela Capitain weiterlesen →

TIPP! AUSSTELLUNG

Anlässlich des 55-jährigen Bestehens der Galerie Krinzinger in Wien widmet das Palais Thurn und Taxis in Bregenz der Galeristin Ursula Krinzinger eine Ausstellung, die ihre Anfänge und ihre prägende Rolle für die zeitgenössische Kunst in Österreich in den Blick nimmt. Krinzinger gründete ihre Galerie 1971 in Bregenz und setzte früh auf Positionen, die damals als radikal galten – darunter Maria Lassnig, Günter Brus, Arnulf Rainer und Marina Abramović. Später zog sie zunächst nach Innsbruck und in den 1980er Jahren nach Wien, wo die Galerie Krinzinger bis heute zu den bekanntesten Adressen für Gegenwartskunst zählt.

Die Ausstellung nimmt das Jubiläum zum Anlass Ursula Krinzingers Wirken als Galeristin und Förderin zeitgenössischer Kunst zu würdigen. Zugleich verweist sie auf die Bedeutung von Galerien als zentrale Akteurinnen des Primärmarkts, die künstlerische Entwicklungen nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten.

Weitere Informationen und das Interview mit Ursula Krinzinger unter diesem Link.

21.07.-30.08.2026 | Palais Thurn und Taxis, Bregenz | Österreich

Rückblick | Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski

Am 5. Dezember 2025 fand in den Räumlichkeiten des ZADIK, in Kooperation mit dem Förderverein Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln e.V., ein ausführliches Gespräch zwischen Kunsthistoriker Michael Krajewski und Susanne Zander, Galeristin und Geschäftsführerin der Sammlung Zander, statt. Anlass des Abends war die Beschäftigung mit der Sammlung und dem Wirken von Charlotte Zander. Wie entstand ihre über 4.500 Werke umfassende Sammlung sogenannter „Naiver Kunst“? Wie kam es zu der Gründung eines eigenen Museums in Bönnigheim? Und welche wechselseitigen Einflüsse lassen sich zwischen eigenen Galerietätigkeit von Susanne Zander und der Arbeit ihrer Mutter feststellen?

Das Gespräch zeichnete nicht nur die Geschichte einer außergewöhnlichen Sammlerin nach, sondern beleuchtete zugleich die wechselvolle Rezeption sogenannter „Naiver Kunst“ in Deutschland seit den 1960er Jahren. Es widmete sich der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der Sammlung: Wie lassen sich früher sogenannte „naive“ Künstler*innen heute neu kontextualisieren? Und welche Bedeutung hat dabei die Schenkung der einzigartigen Spezialbibliothek an die Kunst- und Museumsbibliothek Köln sowie die Übergabe des Archivs an das ZADIK?

Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski am 05.12.2025 im ZADIK
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TIPP! Literature

The Making of Peggy Guggenheim

The article “The Making of Peggy Guggenheim”, written by Joanna Moorhead and published in the Observer on the 18. April 2026, explores the short but transformative London gallery venture of Peggy Guggenheim, the pioneering collector who reshaped British perceptions of contemporary art while demonstrating a groundbreaking commitment to supporting women in the art world.

The article recounts how Peggy Guggenheim opened Guggenheim Jeune in 1937, a gallery in a former Piccadilly pawn shop, aiming to establish a British Museum of Modern Art. At that time London’s art scene was mostly conservative and largely indifferent to contemporary art: The Tate frequently rejected contemporary works and abstract sculpture was mostly met with hostility. Despite these challenges, Peggy brought the work of living artists into the city. She launched exhibitions featuring artists like Jean Cocteau, Wassily Kandinsky and Lucian Freud, often facing public outrage and bureaucratic hurdles along the way.

Guggenheim Jeune was also notable for its progressive approach to gender. Peggy intentionally cultivated a team of women curators and advisors, including Wyn Henderson, Mary Reynolds, and Nelly van Doesburg, and significantly exhibited the work of female artists such as Rita Kernn-Larsen and Grace Pailthorpe. By providing opportunities behind the scenes and on the gallery walls, she created a space in which women could participate in a male-dominated cultural sphere.

Despite its short lifespan, closing in June 1939 due to the impending war, Guggenheim Jeune had a lasting impact on British art culture, showcasing abstract sculpture, collage and accessible art sales. The article notes that the London venture not only helped to reshaped modern art appreciation but also laid the foundation for Peggy Guggenheim’s later galleries in New York and Venice, where she continued her legacy as a visionary collector by advancing both – innovative modern art and the recognition of women in the arts.

To learn more about the making of Peggy Guggenheim and her pioneering gallery in London, read the full article here.