Archiv der Kategorie: ZADIK

TIPP! Call for Paper

Women’s Eyes. Patronage and Matronage: Women and the Visual Arts from the Middle Ages to the Contemporary Era

  1. Dezember 2026, Fondazione Ernesta Besso, Rom

Die wachsende Aufmerksamkeit für Frauen in der Kunstgeschichte hat die Paradigmen der Disziplin in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend neu verhandelt. Neben der Wiederentdeckung von Künstlerinnen, Mäzeninnen und Sammlerinnen, die lange am Rand des kanonischen Narrativs blieben, richtet sich der Blick zunehmend auf die Bedingungen, die Partizipation von Frauen an künstlerischem Leben ermöglichten: ihre Beziehung zu Institutionen, Ausbildungssystemen, Berufspraktiken, Sammlertätigkeit und die Konstruktion kunsthistorischer Erinnerung.

Die Konferenz nimmt dabei das Konzept des Patronage als interpretative Kategorie in den Blick, und zwar als umfassende Praktiken, die Produktion, Zirkulation, Erhaltung, Vermittlung und Rezeption der Künste beeinflussen. Matronage verweist dabei auf die spezifischen Ausformungen innerhalb weiblicher Erfahrung und ermöglicht es, traditionell getrennt untersuchte Figuren – Künstlerinnen, Mäzeninnen, Sammlerinnen, Ordensfrauen, Salonnièren, Gelehrte, Galeristinnen und Kulturvermittlerinnen – in einen gemeinsamen Reflexionsrahmen zu stellen.

Vorschläge bis zum 15. September 2026 mit Titel, Abstract (max. 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen), Kurz-CV (max. 1.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) und drei Schlagworten an conferencewomeneyes@gmail.com. Vortragsdauer: 20 Minuten, Förderung von Reisekosten bis max. 350 €.

Publikation der Tagungsakten 2027 vorgesehen; ausgewählte Beiträge werden zu Essays (20.000–30.000 Zeichen) eingeladen.

Für weitere Informationen zum CFP hier klicken!

40 Jahre Galerie Gisela Capitain

Dieses Jahr blickt die Galerie Gisela Capitain auf ihre erfolgreiche 40-jährige Galeriearbeit zurück. Die Galeriegründerin Gisela Capitain wurde 1952 in Selb in Oberfranken geboren. Nach ihrem Schulabschluss zog es sie nach Berlin, wo sie Soziologie und Philosophie studierte und zunächst als Grundschullehrerin arbeitete. Eine entscheidende Wendung nahm ihr Leben 1977, als sie über ihre Schwester den Künstler Martin Kippenberger kennenlernte, der ihren weiteren Werdegang in der Kunstszene maßgeblich prägte. Kurz darauf eröffnete Gisela Capitain 1978 gemeinsam mit ihm Kippenbergers Büro in der Fabriketage eines von Max Taut entworfenen Bauhauskomplexes. Dieser Ort entwickelte sich zu einer Plattform für unterschiedlichste Events, Ausstellungen, Performances und Konzerte. Während ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin von 1977 bis 1981 unterstützte Gisela Capitain Martin Kippenberger sowohl auf künstlerischer als auch auf privater Ebene. 40 Jahre Galerie Gisela Capitain weiterlesen →

Rückblick | Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski

Am 5. Dezember 2025 fand in den Räumlichkeiten des ZADIK, in Kooperation mit dem Förderverein Freunde der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln e.V., ein ausführliches Gespräch zwischen Kunsthistoriker Michael Krajewski und Susanne Zander, Galeristin und Geschäftsführerin der Sammlung Zander, statt. Anlass des Abends war die Beschäftigung mit der Sammlung und dem Wirken von Charlotte Zander. Wie entstand ihre über 4.500 Werke umfassende Sammlung sogenannter „Naiver Kunst“? Wie kam es zu der Gründung eines eigenen Museums in Bönnigheim? Und welche wechselseitigen Einflüsse lassen sich zwischen eigenen Galerietätigkeit von Susanne Zander und der Arbeit ihrer Mutter feststellen?

Das Gespräch zeichnete nicht nur die Geschichte einer außergewöhnlichen Sammlerin nach, sondern beleuchtete zugleich die wechselvolle Rezeption sogenannter „Naiver Kunst“ in Deutschland seit den 1960er Jahren. Es widmete sich der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der Sammlung: Wie lassen sich früher sogenannte „naive“ Künstler*innen heute neu kontextualisieren? Und welche Bedeutung hat dabei die Schenkung der einzigartigen Spezialbibliothek an die Kunst- und Museumsbibliothek Köln sowie die Übergabe des Archivs an das ZADIK?

Susanne Zander im Gespräch mit Michael Krajewski am 05.12.2025 im ZADIK
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TIPP! Tagung

Die Internationale? Netzwerke Feministischer Kunstgeschichte(n) seit den 1960ern/The International? Networks in Feminist Art History since the 1960s

Vom 18. bis 20. Juni 2026 findet an der Universität zu Köln die Tagung “Die Internationale? Netzwerke Feministischer Kunstgeschichte(n) seit den 1960ern“/”The International? Networks in Feminist Art History since the 1960s“ statt. Initiiert von der AG „Kunsthistorikerinnen vor 1970: Wege – Methoden – Kritiken“ am Ulmer Verein e.V. und organisiert von Henrike Haug und K. Lee Chichester, nimmt die dreitägige Tagung tiefgreifende Umbrüche der 1960er Jahre zum Ausgangspunkt, um die Entwicklung feministischer Perspektiven in der Kunstgeschichte neu zu beleuchten. Während nationale Forschungstraditionen bereits vielfach aufgearbeitet wurden, richtet sich der Blick hier gezielt auf die bislang wenig untersuchten internationalen Verflechtungen, Austauschprozesse und gegenseitigen Bezugnahmen feministischer Akteur*innen.

Im Zentrum der Tagung stehen Fragen nach Bedingungen, Formen und Grenzen transnationaler Zusammenarbeit: Welche Netzwerke, Institutionen und Formate ermöglichen den Austausch und wo verhindern politische, sprachliche oder strukturelle Barrieren eine enge Vernetzung? Die Beiträge widmen sich dabei nicht nur theoretischen Diskursen, sondern auch dem Zusammenspiel von Wissenschaft, künstlerischer Praxis, Kuration und Kritik, welches die feministische Kunstgeschichte seit den 1960er Jahren entscheidend geprägt hat. Besonderes Augenmerk gilt darüber hinaus den globalen Perspektiven jenseits westlicher Dominanz – Ost-West-Beziehungen sowie die Rolle sozialistischer, postkolonialer und intersektionaler Ansätze werden ebenso im Rahmen der Tagung in den Fokus gerückt.

Auch wir als ZADIK sind aktiv an der Tagung beteiligt: Am ersten Tag der Tagung präsentieren wir im Rahmen des Programmes unser Forschungsprojekt WITAM – Women in The Art Market –, das sich der Sichtbarmachung von weiblichen Akteurinnen im Kunstmarkt widmet. Der Impulsvortrag „Making the Unseen visible. Initiativen des ZADIK zur Sichtbarmachung von Kunstmarktakteurinnen und weiblichen Netzwerken aus den Archivbeständen“ von Nadine Oberste-Hetbleck und Julia Geng wird Einblicke in aktuelle Forschungsansätze und ausgewählte Archivbestände geben, die die Rolle von Frauen im Kunstmarkt und ihre oft wenig sichtbaren Netzwerke in den Fokus rücken. Im Anschluss können die Anwesenden an einer Führung zu ausgewählten Archivbeständen von Barbara Gross, Annelie Pohlen, Eva Poll und Hanne Weskott teilnehmen. Ergänzt wird das Programm anschließend durch eine Podiumsdiskussion mit Burcu Dogramaci, Brigitte Sölch, Änne Söll und Anja Zimmermann sowie einen abendlichen Empfang in den Räumen des ZADIK, der Gelegenheit zum weiteren Austausch und zur Vernetzung bietet.

Die Teilnahme an den im ZADIK stattfindenden Teilen der Tagung ist nur nach vorheriger Anmeldung unter zadik-info@uni-koeln.de möglich. Die Plätze sind limitiert.

Weitere Informationen zur Tagung und den Beiträgen findet ihr hier.

18.-20.04.2026 | Seminargebäude UzK und ZADIK | Köln

TIPP! Literatur

Lis Schröder – Komfort & Schwierigkeiten | Künstlerische Auseinandersetzung mit Archivbeständen des ZADIK

Im Rahmen des Carte Blanche Fellowship des ZADIK setzt sich die Künstlerin Lis Schröder intensiv mit ausgewählten Archivbeständen des Hauses auseinander und erforscht dabei die Verbindung von Kunst und Musik im Galeriekontext. In einem ausführlichen Interview mit Theresa Kousseva Anfang Dezember letzten Jahres sprach sie über ihre künstlerische Arbeit, ihre Rechercheprozesse und den Umgang mit den Archivmaterialien des ZADIK.

Ausgangspunkt ihrer Recherche war der umfangreiche Nachlass der Galeristin Inge Baecker (Bestand A4), den Schröder gemeinsam mit weiteren Archivalien des ZADIK künstlerisch untersuchte. Dokumente, Korrespondenzen und Fotografien dienten ihr dabei nicht nur als historische Quellen, sondern als Material für eine eigenständige ästhetische und installative Auseinandersetzung zwischen Medienkunst, Text und Musik. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Aufeinandertreffen von bildungsbürgerlicher Tradition und Popkultur und den ökonomischen Bedingungen, die Kunst- und Musikproduktion überhaupt erst möglich machen.

Die aktuelle Ausstellung „Komfort & Schwierigkeiten“, die bereits Ende April in den Räumen des ZADIK eröffnet wurde und noch bis Mitte Juli zu sehen ist, zeigt diese Recherche in installativen, klanglichen und visuellen Arbeiten. Dabei wurde ein fotografisches Fundstück aus dem Bestand der Galerie Parnass in Wuppertal mit einer Archivalie aus dem persönlichen Archiv der Künstlerin in Beziehung gesetzt und durch ausgestellte schriftliche und fotografische Archivalien aus dem Bestand Inge Baecker sowie eine eigens entwickelte Videoinstallation ergänzt.

Am 19.05. um 18:00 Uhr fand zudem ein Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK statt, bei dem ein vertiefter Blick in die Arbeitsweise der Künstlerin gewährt wurde und über Musik in Galerien, das Spiel mit Hoch- und Popkultur sowie die Bedingungen künstlerischer und musikalischer Praxis gesprochen wurde.

Für weitere Informationen zur Arbeit der Carte Blanche Gewinnerin Lis Schröder kann das gesamte Interview mit der Künstlerin hier nachgelesen werden.

Die vollständige Aufzeichnung des Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK ist unter diesem Link zu finden.