Charlotte Zander (1930–2014) widmete ihr Leben der Kunst. Seit den 1960-er Jahren baute sie mit großer Leidenschaft eine Sammlung von Werken autodidaktischer Künstler:innen auf, die lange unter dem Begriff „Naive Kunst“ zusammengefasst wurden. Mit der Gründung der Galerie Charlotte – Galerie für naive Kunst in München im Jahr 1971 trug sie maßgeblich zur Sichtbarkeit dieser Kunstform in Deutschland bei. Nach der Schließung der Galerie eröffnete sie 1996 ihr privates Museum im Schloss Bönnigheim, wo sie ihre Bestände präsentierte, Ausstellungen organisierte und internationale Kooperationen pflegte.
So entstand im Laufe von fünf Jahrzehnten eine Sammlung von rund 4.000 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen. Darunter befinden sich 161 Werke von 65 Künstler:innen aus Lateinamerika und der Karibik. Dieser Bestand eröffnet nicht nur einen Blick auf die internationale Reichweite von Zanders Sammlertätigkeit, sondern wirft zugleich Fragen nach jenen Kategorien auf, mit denen außereuropäische Kunst bis heute beschrieben, gesammelt und auf dem Kunstmarkt verhandelt wird.
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