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TIPP! Literatur

Lis Schröder – Komfort & Schwierigkeiten | Künstlerische Auseinandersetzung mit Archivbeständen des ZADIK

Im Rahmen des Carte Blanche Fellowship des ZADIK setzt sich die Künstlerin Lis Schröder intensiv mit ausgewählten Archivbeständen des Hauses auseinander und erforscht dabei die Verbindung von Kunst und Musik im Galeriekontext. In einem ausführlichen Interview mit Theresa Kousseva Anfang Dezember letzten Jahres sprach sie über ihre künstlerische Arbeit, ihre Rechercheprozesse und den Umgang mit den Archivmaterialien des ZADIK.

Ausgangspunkt ihrer Recherche war der umfangreiche Nachlass der Galeristin Inge Baecker (Bestand A4), den Schröder gemeinsam mit weiteren Archivalien des ZADIK künstlerisch untersuchte. Dokumente, Korrespondenzen und Fotografien dienten ihr dabei nicht nur als historische Quellen, sondern als Material für eine eigenständige ästhetische und installative Auseinandersetzung zwischen Medienkunst, Text und Musik. Ihre besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem Aufeinandertreffen von bildungsbürgerlicher Tradition und Popkultur und den ökonomischen Bedingungen, die Kunst- und Musikproduktion überhaupt erst möglich machen.

Die aktuelle Ausstellung „Komfort & Schwierigkeiten“, die bereits Ende April in den Räumen des ZADIK eröffnet wurde und noch bis Mitte Juli zu sehen ist, zeigt diese Recherche in installativen, klanglichen und visuellen Arbeiten. Dabei wurde ein fotografisches Fundstück aus dem Bestand der Galerie Parnass in Wuppertal mit einer Archivalie aus dem persönlichen Archiv der Künstlerin in Beziehung gesetzt und durch ausgestellte schriftliche und fotografische Archivalien aus dem Bestand Inge Baecker sowie eine eigens entwickelte Videoinstallation ergänzt.

Am 19.05. um 18:00 Uhr fand zudem ein Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK statt, bei dem ein vertiefter Blick in die Arbeitsweise der Künstlerin gewährt wurde und über Musik in Galerien, das Spiel mit Hoch- und Popkultur sowie die Bedingungen künstlerischer und musikalischer Praxis gesprochen wurde.

Für weitere Informationen zur Arbeit der Carte Blanche Gewinnerin Lis Schröder kann das gesamte Interview mit der Künstlerin hier nachgelesen werden.

Die vollständige Aufzeichnung des Artist Talk mit Lis Schröder und Kunsthistorikerin Amelie Gappa im ZADIK ist unter diesem Link zu finden.

FAIR SHARE! im Interview | „Erfolg hat viele Gesichter!“

Die Frage nach Geschlechtergerechtigkeit ist längst kein Randthema mehr, sondern berührt zentrale gesellschaftliche Strukturen und Machtverhältnisse. Besonders im Kunst- und Kulturbetrieb zeigt sich weiterhin deutlich, wie ungleich Sichtbarkeiten, Ressourcen und institutionelle Anerkennung verteilt sind. Diese Ungleichheiten prägen nicht nur den aktuellen Kunstmarkt, sondern wirken auch tief in kunsthistorische Narrative und Bildungszusammenhänge hinein.

Vor diesem Hintergrund setzt sich die Initiative fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen* seit über fünf Jahren für mehr Gleichstellung im Kunstbetrieb ein. Die folgenden Einblicke in die Arbeit und Zitate des Aktionsbündnis basieren auf einem Anfang 2026 von Julia Geng geführten schriftlichen Interview mit Vertreterinnen der Initiative. Sie verdeutlichen wie diese mit Performances, Aktionen und diskursiven Formaten an bedeutenden Kulturorten – besonders rund um den Weltfrauentag – bestehende Gender Gaps sichtbar macht und strukturelle Ungleichheiten im Kunstsystem thematisiert. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Ziel, Künstlerinnen aller Epochen stärker in den Fokus zu rücken und Entscheidungsträger*innen in Kulturinstitutionen und Politik für nachhaltige Veränderungen zu sensibilisieren.

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TIPP! Interview

“Die fetten Jahre am Kunstmarkt sind vorbei”

Im Interview “Gisela Capitain: Die fetten Jahre am Kunstmarkt sind vorbei”, erschienen am 7. April 2026 im Kölner Stadt-Anzeiger und geführt von Michael Kohler, reflektiert die Galeristin Gisela Capitain anlässlich des 40-jährigen Bestehens ihrer Galerie Gisela Capitain über ihre anfänglichen Herausforderungen in der Branche, ihre Künstler:innenwahl sowie die ausschlaggebenden Entwicklungen im internationalen Kunstmarkt.

Gisela Capitain blickt auf vier Jahrzehnte Galeriearbeit zurück, die sie nicht mit einem primär marktgetriebenen Ansatz begann, sondern aus Idealismus und inspiriert durch die frühe Begegnung mit Martin Kippenberger – dessen provokante Haltung und Ideenreichtum laut Capitain jungen Künstler:innen heute oft fehlen. Sie betont, dass sie die Künstler:innen nicht nach Verkaufspotenzial aussucht, sondern nach Qualität und Vielschichtigkeit der Kunst. Dennoch hat sie mit der Zeit ein Gefühl für den Markt entwickelt.

Capitain schildert zusätzlich den Unterschied zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen Markt: In Deutschland sei der Konkurrenzkampf unter Galerien weniger brutal, dafür sei internationale Präsenz – etwa über Messen – unverzichtbar, weil der heimische Markt relativ klein sei. Künstler:innen würden heute stärker gefordert, nicht nur durch Produktion, sondern durch Pflege von Katalogen, Archivarbeit und institutionellen Ausstellungen.

Ein zentrales Thema des Interviews ist ihre Einschätzung, dass die “fetten Jahre” am Kunstmarkt vorbei seien. Sammler:innen kaufen laut Capitain weniger spontan und überlegt – viele warten angesichts globaler politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten ab. Die früher im Rheinland ansässigen, geduldigen Sammler:innen gebe es kaum noch, da jüngere Käufer:innen heute anders und in anderen Preissegmenten agieren.

In dem Zuge spricht Gisela Capitain auch über Köln als Standort: Sie schätzt die Ruhe und den Fokus auf die eigene Arbeit, kritisiert aber, dass Messen wie die Art Cologne und städtische Kulturinstitutionen von der Stadt nicht ausreichend unterstützt würden. Eine stärkere strategische Außendarstellung der Stadt sei nötig, um Köln als Kunststadt attraktiver zu machen.

Wenn du mehr über die Erfahrungen und Einschätzungen von Gisela Capitain zur Galeriearbeit und den Herausforderungen des heutigen Kunstmarktes lesen möchtest, findest du hier den Link zum vollständigen Interview.

Einen vertiefenden Einblick bietet zusätzlich der Beitrag der Frankfurter Allgemeine Zeitung anlässlich des Jubiläums der Galerie.

TIPP! Interview

„Ich wollte ein Museum, das war mein Traum”

Die deutsche Kunstsammlerin, Kuratorin und ehemalige Galeristin Ingvild Goetz sprach am 8. Dezember 2025 im Interview mit Cornelius Tittel in der WELT über die schwierigen Anfänge ihres Kunstinteresses, prägende Reisen im Ausland und über den Weg, den sie bestritt, um ihren Traum eines eigenen Museums zu erfüllen.

Nach der Flucht ihrer Familie im Krieg wuchs Ingvild Goetz in einfachen Verhältnissen auf und entwickelte schon früh, entgegen dem Gefallen ihres Vaters, ein großes künstlerisches Interesse. So gründete sie zunächst in Konstanz den Grafikverlag Art in Progress, der nur der Beginn ihrer künstlerischen Karriere sein sollte.

Reisen, unter anderem nach Südamerika und Papua-Neuguinea, sowie prägende Begegnungen mit wichtigen Akteur:innen der Kunstwelt, wie Harald Szeemann, schärften ihren Blick für zeitgenössische Kunst. So berichtet Ingvild Goetz von intensiven Begegnungen mit Künstler:innen in den USA wie Sol LeWitt, Cy Twombly, Malcome Morley und Brice Marden, deren Werke sie mitunter in ihrer Galerie in Zürich, sowie auch später in München ausstellte. Mit der Zeit verlagerte sich ihr Fokus vom Galeriebetrieb auf das Sammeln. Dabei folgte sie stets ihrem persönlichen Geschmack entgegen äußeren Markttrends. Ihre Sammlung wuchs zu einer der bedeutendsten privaten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland heran, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Arte Povera, amerikanischer Kunst der 1980er-Jahre und Medienkunst.

Der Wunsch, „mit der Kunst zu leben“ und sie nicht nur zu besitzen, führte schließlich zum Bau eines eigenen Museums Sammlung Goetz in München, entworfen von Herzog & de Meuron. Ursprünglich privat gedacht, entschied sich Ingvild Goetz während des Entstehungsprozesses für eine öffentliche Nutzung und schenkte das Gebäude später dem Freistaat Bayern.

Im Interview äußert Ingvild Goetz eine kritische Sichtweise auf die heutige Kunstwelt, die Gründe dafür und weiteres über Ingvild Goetz’ Wertschätzung zeitgenössischer Kunst findet ihr kostenlos im vollständigen Artikel.

TIPP! Interview

Kunst als Tor zur Welt – Gespräch mit Dr. Christine Würfel-Stauss

In der Interviewreihe „Private View: Gespräche mit Sammler:innen“ des Magazins der Art Düsseldorf spricht die Kunstsammlerin Dr. Christine Würfel-Stauss über ihre persönliche Beziehung zur Kunst, erläutert wie sie Werke auswählt und welche Rolle Museen und Kunstmessen in der zeitgenössischen Kunstwelt spielen.

Für Würfel-Stauss ist Kunst ein Tor zu einer fantastischen Welt, in der man die bewegendsten Erlebnisse haben kann. Gleichzeitig erlaubt sie einen klaren Blick auf Momente des menschlichen Zusammenlebens und des aktuellen kulturellen und politischen Umfelds.

Die erste Arbeit, die sie erwarb, war ein Werk des verstorbenen Künstlers Turi Simeti, eine minimalistische Leinwand aus der Zero-Bewegung der 1960er Jahre, bei der skulpturale Elemente mit Licht und Schatten interagieren. Prägende Erlebnisse in ihrer Jugend, etwa erste Berührungen mit Kunst bei der Documenta in Nordhessen, stärkten ihr Verständnis von Kunst als dynamischen, sich ständig verändernden Prozess. Bei der Auswahl von Werken orientiert sich Würfel-Stauss an institutionellen Ausstellungen, Galerien und intensiver Recherche. Sie sucht nicht nach einem bestimmten Thema oder nach Künstler:innen, die bestimmte Kriterien erfüllen, sondern will die Arbeiten im eigenen Kontext verstehen und idealerweise direkt mit den Künstler:innen ins Gespräch kommen.

Über Kunstmessen sagt sie: „Sie sind ein feiner Seismograph des Geschehens des Kunstmarktes, eine Mischung aus öffentlicher Bühne, globaler Vernetzung und kommerzieller Motivation”. Das Format einer Messe ermöglicht den Besuchenden, sich in kürzester Zeit einen Überblick über das Angebot des Kunstmarkts zu verschaffen. Gute Messen erweitern Perspektiven, insbesondere wenn sie Performances, Vorträge oder Diskussionspanels anbieten, die die gesellschaftliche und politische Bedeutung der Kunst sowie aktuelle Berührungspunkte zwischen Kunst, Technologie und Geopolitik aufzeigen.

Wie Würfel-Stauss Entwicklungen und Herausforderungen in der Kunstwelt einschätzt und welchen Rat sie an Personen richtet, die bislang wenig Erfahrung in diesem Bereich haben, erfahrt ihr im vollständigen Interview unter diesem Link .